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Nachhaltige Digitalisierung und KI: eine Herausforderung für die Zukunft der Unternehmen
Nachhaltigkeit, insbesondere aus ökologischer Perspektive, wird häufig mit der Industrie- und Produktionswelt in Verbindung gebracht.
Diese Branchen gelten als energieintensiv und umweltschädlich, während der scheinbar immaterielle digitale Bereich oft als von Natur aus nachhaltig wahrgenommen wird.
Doch stimmt das wirklich?
In Wirklichkeit wird der ökologische Fußabdruck digitaler Technologien häufig unterschätzt.
Jede digitale Interaktion – vom Versenden einer E-Mail bis zur Google-Suche – hat einen energetischen und ökologischen Preis.
Selbst die täglichen digitalen Aktivitäten im Büro oder die Nutzung von Software in den vermeintlich „smarten“ KMU können die ökologische Gesamtbilanz eines Unternehmens erheblich beeinflussen – teilweise sogar stärker als die eigentlichen Produktionsmaschinen.
Deshalb unterstützt Tinext Unternehmen dabei, die digitale Nachhaltigkeit ihres Ökosystems zu bewerten.
Mithilfe eines proprietären Algorithmus analysieren wir den Energieverbrauch von Websites und messen den CO₂-Fußabdruck digitaler Plattformen.
Dieser Ansatz geht über den reinen Energieverbrauch hinaus und berücksichtigt weitere relevante Umweltparameter.
Unsere Mission ist es, Unternehmen zu einer LEAN-Vorgehensweise zu befähigen.
Dieses Konzept, ursprünglich aus der Fertigungsindustrie stammend, bedeutet, nur das zu produzieren, was wirklich notwendig ist, Überflüssiges zu vermeiden und echte Nutzerbedürfnisse effizient zu bedienen.
Der Energieverbrauch der digitalen Technologien in Zahlen
Die Zahlen sind beeindruckend. Das Internet gilt als die viertgrößte "Nation" der Welt, was die CO₂-Emissionen angeht. Rechenzentren, die Websites und digitale Infrastrukturen betreiben, gehören zu den Ressourcen mit dem höchsten Energieverbrauch. Rechenleistung ist eine conditio sine qua non für alle Prozesse, und die Kühlsysteme, die erforderlich sind, um sie in Betrieb zu halten, verbrauchen enorme Mengen an Energie.
KI folgt demselben Muster. Die Auswirkungen werden durch die Tatsache verstärkt, dass Modelle der künstlichen Intelligenz, insbesondere groß angelegte Modelle wie ChatGPT, enorme Mengen an Energie für Training und Betrieb benötigen. So verbraucht jede Interaktion mit ChatGPT, selbst eine einfache Textanfrage von einem PC aus, das Äquivalent einer kleinen Flasche Wasser an Energieressourcen für die Kühlung von Servern.
Es geht jedoch nicht darum, die Technologie zu verteufeln, sondern zu verstehen, wie man sie optimal nutzen kann, um die Verschwendung zu minimieren und den Nutzen zu maximieren. Digitale Nachhaltigkeit konzentriert sich auf die Einführung von Technologien und Praktiken, die die Umweltauswirkungen des digitalen Betriebs reduzieren und gleichzeitig die Effizienz und das Nutzererlebnis verbessern. Das ist unser Ansatz bei Tinext.
Digitale Nachhaltigkeitsrichtlinien
Um die Auswirkungen der digitalen Technologien auf die Umwelt zu verringern, ist ein ganzheitlicher Ansatz erforderlich, der verschiedene Aspekte umfasst.
Unsere Strategie stützt sich auf fünf Grundpfeiler:
Kontinuierliche Messung der Umweltauswirkungen
Es ist wichtig, die Umweltauswirkungen von Online-Plattformen zu quantifizieren. Tools wie Karma Metrix können Bereiche mit Verbesserungspotenzial berechnen und Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen vorschlagen. Genaue Messungen geben Aufschluss über die "Schuld" eines Unternehmens gegenüber der Natur und ermöglichen gezielte Ausgleichsinitiativen.Inhaltsoptimierung
Die Umsetzung des LEAN-Ansatzes ist von entscheidender Bedeutung. Das bedeutet, kleine Anpassungen vorzunehmen, um eine Überlastung der Netzwerke mit doppelten oder unnötigen Inhalten zu vermeiden. Anstatt beispielsweise mehrere Kopien desselben Videos in verschiedenen Abschnitten einer Website hochzuladen, sollte eine einzige gemeinsame Ressource verwendet werden. Redundante oder irrelevante Inhalte sollten entfernt werden, nicht nur, um Energie zu sparen, sondern auch, um das Nutzererlebnis zu verbessern.Optimierung von Code und Infrastruktur
Leichtgewichtige Websites verbrauchen weniger Energie und verbessern das Nutzererlebnis (UX). Das fängt schon beim Code selbst an. Wenn er optimiert und frei von Redundanzen ist, reduziert er nicht nur den Energieverbrauch, sondern verbessert auch SEO und die Gesamtleistung.Management von Multimedia-Assets
Die Verkleinerung von Bildern und Videos, die Verwendung komprimierter Formate und die Optimierung der Ladezeiten sollten Standard sein. Hochauflösende Bilder und Videos gehören zu den größten Verursachern des Online-Energieverbrauchs und wirken sich negativ auf die Core Web Vitals aus, die UX- und Leistungsindikatoren, die von Suchmaschinen verwendet werden.Nutzung umweltfreundlicher Rechenzentren
Wenn immer möglich, sollten sich Unternehmen für Rechenzentren entscheiden, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden oder die eine Umweltzertifizierung besitzen. Viele Rechenzentren stellen bereits auf natürliche Kühlmethoden um, indem sie geografische Standorte wählen, die die thermische Effizienz optimieren.
Künstliche Intelligenz als potenzielle Ressource für Effizienz
Sollten wir Künstliche Intelligenz nur als Ressourcenverbraucher betrachten?
Nein – im Gegenteil: Ihre Rechenleistung kann ein wichtiger Treiber für positive Veränderungen im Bereich der Nachhaltigkeit sein.
In der Industrie- und Fertigungsbranche werden bereits fortschrittliche Algorithmen eingesetzt, um Produktionsprozesse zu optimieren, Abfälle zu reduzieren, den Ressourcenverbrauch in Echtzeit zu überwachen und effizientere Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien zu entwickeln.
Auch im digitalen Umfeld ist KI ein wertvoller Verbündeter.
In Suchmaschinen beispielsweise ermöglicht sie präzisere Ergebnisse, wodurch die Anzahl der Suchanfragen – und damit auch der Energieverbrauch – deutlich verringert werden kann.
Verantwortung & Inklusion
Bei der digitalen Nachhaltigkeit geht es nicht nur um die Umwelt, sondern auch um soziale Fragen wie Inklusion und Zugänglichkeit. Es muss unbedingt sichergestellt werden, dass Websites für alle Menschen leicht zugänglich sind, auch für Menschen mit Behinderungen.
Gesetz über die Zugänglichkeit
Ab Juni 2025 wird das Barrierefreiheitsgesetz in Kraft treten. Diese europäische Verordnung wird alle Unternehmen, einschließlich KMU mit mehr als 10 Mitarbeitern und einem Umsatz von 2 Millionen Euro, rechtlich dazu verpflichten, sicherzustellen, dass ihre digitalen Inhalte für alle zugänglich sind. Dies ist nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine ethische Chance, digitale Ressourcen für Personen zugänglich zu machen, die sonst Schwierigkeiten hätten, sie in der physischen Welt zu nutzen.
So wird die digitale Nachhaltigkeit zu einem Schlüsselkonzept für die Gegenwart und die Zukunft, das einen doppelten Wert hat: einen ökologischen, indem Tools, Websites und Plattformen effizienter, leichter und umweltfreundlicher gemacht werden, und einen sozialen, indem sichergestellt wird, dass alle Menschen Zugang zu Online-Ressourcen, Wissen und Informationen haben.